Anleitung Temperaturmessung

 

Die Temperatur im Beuteinneren verrät einiges über den Zustand des Volks. Wenn man sie nicht nur an einer Stelle, sondern über einige Waben verteilt misst, kann man beispielsweise die Größe des Brutnests abschätzen oder sehen, ob überhaupt Brut da ist. Das ist vor allem im Winter sehr nützlich, wenn die Restentmilbung mit Oxalsäure ansteht. Denn hierfür braucht man ein brutfreies Volk.

Materialliste:
Die Anzahl der Sensoren hängt von eurem Beutetyp ab. Wir haben einen Sensor auf jedem 2. Rähmchen/Oberträger im Brutraum.

Ihr braucht:
• D18B20 Sensoren, wasserdicht
(Online bestellbar, z.B: bei Eckstein Komponenten ab 2,50 €/St.)
• Stift und Maßband zum Anzeichnen

Für Variante 1 außerdem:
• Bohrmaschine mit 4er Holzbohrer

Für Variante 2 außerdem:
• Hammer
• kleine Stahlhaken, je 1 pro Sensor
• 50 mm Büroklammern, je 1 pro Sensor

Hilfreich ist ein Lötkolben und Lötzinn, um die Litzenenden zu verzinnen. Dann sind die Sensoren später leichter zu verschrauben. Geht aber auch ohne.
Für den Anschluss der Sensoren an einen Raspberry Pi haben wir eine extra Anleitung für euch gemacht.

Wir haben uns für digitale Temperaturfühler entschieden. Die sind zwar etwas teurer als analoge, aber dafür bekommt man mit wenig Zusatzaufwand eine gute Messgenauigkeit.Die Sensoren müssen das feucht-warme Klima in der Beute abkönnen und sollten nicht zu teuer sein. Unsere Wahl fiel auf D18B20, die gibt es als Modul schon wasserdicht im Edelstahlröhrchen und mit Kabel dran.

Technische Daten:
Versorgungsspannungsbereich: 3.0V-5.5V
Betriebstemperaturbereich: -55 °C ~ +125 °C
Genauigkeit über den Bereich (-10 °C bis + 85 °C) : +/-0,5 °C
Single-Bus-Schnittstelle mit fester, einzigartiger 64 bit ID

zwei D18B20 Sensoren

Einbau

Wie bauen wir die Sensoren ein? Wir möchten am liebsten mitten im Brutnest messen, also fällt an den Rand kleben schon mal flach. Wir möchten aber auch noch komfortabel imkern können.

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Idee 1: Wir befestigen je einen Sensor direkt am Rähmchen bzw. Oberträger.

 

Vorteile:
So ist der Sensor super nah an der Brut und wenn wir eine Wabe ziehen oder verschieben, kommt er mit. Wir reißen also keine Waben kaputt, an denen der Sensor fest gebaut wurde.
Nachteile:
Das Kabel muss relativ lang sein, um damit komfortabel Waben ziehen und anschauen zu können. Wir haben in unseren Prototypen 1m Kabellänge genommen, das stellte sich als zu kurz heraus. Der Einbau in ein bestehendes Brutnest ist schwierig, weil man ein Loch in das Rähmchen bohren muss.

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Idee 2: Wir hängen die Sensoren in die Wabengassen.

Vorteile:
Wenn wir eine Wabe ziehen, bleibt der Sensor an Ort und Stelle, das Kabel stört nicht beim Anschauen und kann daher kurz sein.
Nachteile:
Wenn die Sensoren von den Bienen an der Wabe festgebaut werden, reißt man Strukturen kaputt, sobald man die Wabe zieht und muss hier erstmal vorsichtig den Sensor lösen.

Beide Ideen haben vor und Nachteile. Wir müssen noch mehr Erfahrung mit den Bauweisen sammeln, bevor wir euch eine Empfehlung geben. So lange bieten wir euch eine Bauanleitung für beide Möglichkeiten an.


erstens

Variante 1: Messrähmchen

Los geht’s. Schnappt euch ein Rähmchen und bohrt ein Loch. Achtet darauf, dass es ca. 2mm von der Mittelwand entfernt ist, falls ihr Mittelwände verwendet.

Verzinnt die Enden der Litzenleitungen.
Fädelt den Sensor von unten durch das Loch. Es sollte grade so passen und dann fest sitzen.
Platziert den Sensorkopf mittig im Rähmchen oder messt die halbe Beutenhöhe ab, wenn ihr keine Rähmchen verwendet.


Variante 2: In Wabengassen

Schnappt euch ein Rähmchen oder einen Oberträger, den Hammer und einen Stahlhaken. Hämmert den Haken von der Seite her in die Mitte der (oberen) Leiste.
Leider funktioniert diese Variante bei einem Topbarhive nicht, denn dort haben wir ja keine Abstände zwischen den Oberträgern.

Achtet darauf, dass ihr den Abstand (Beespace) zwischen den Rähmchen einhaltet.
Nehmt euch eine große Büroklammer (50mm) und biegt sie auf, so dass ein 90° Winkel entsteht.


Fädelt den Sensor dort ein.
Achtet darauf, dass der Messkopf in der Mitte der Rähmchens hängt oder messt die halbe Beutenhöhe ab, falls ihr keine Rähmchen verwendet.
Wir haben in unsere Beuten kleine Kerben gebohrt, durch die wir die Kabel nach draußen zum Raspberry Pi führen.

Rähmchen mit Sensor am Haken
Hängt den Sensor an den Haken.
Rähmchen mit Sensor am Haken

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